Ein Pilz gefährdet Bäume

Hallimasch – des Baumes Tod?

Die Pilz-Sammler unter uns werden sofort den Bauch reiben und sich freuen. Hallimasch ist wirklich ein leckerer Pilz, den man auf vielerlei Art zubereiten kann. Keine Frage! Aber es kommt immer darauf an, wo der Pilz wächst, ob man sich freuen kann oder nicht.

Der Hallimasch ist mit Vorliebe auf Holz zu finden. Kein Wunder, ernährt er sich doch von totem Holz. Er macht allerdings keinen Unterschied, ob es sich um lebende oder tote Bäume handelt. Für die lebenden Bäume bedeutet dies allerdings, dass er bei ihnen im schlimmsten Fall eine Stamm- oder Wurzelfäule auslöst. Diese führt, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird, leider zum Absterben des Baumes. Für den Hallimasch wunderbar, da sein Nahrungsdepot für die nächsten Jahre gesichert ist. Für den Gärtner eine Katastrophe.

Die Tricks des Hallimasch

Für ein gutes Wachstum wendet der Hallimasch einen ungewöhnlichen Trick an: Er nistet sich zwischen Rinde und Stamm des Baumes ein. Daher wird er zunächst auch von niemandem entdeckt. Erst, wenn die Fruchtstände, also die Pilze, an der Oberfläche erscheinen, weiß man, dass der Baum durch Hallimasch infiziert wurde. Leider ist es für gewöhnlich bereits zu spät, um den Baum zu retten. Denn die Ausläufer des Hallimasch haben sich bereits großflächig an diesem Baum ausgebreitet, was zu einer starken Schädigung führt.

Wie kann ein Befall rechtzeitig entdeckt werden?

Ungewöhnlich grüne bis gelbgrüne Verfärbungen der Blätter oder Nadeln des Baumes, können auf einen Befall mit Hallimasch hinweisen. Auch vorzeitiges Nadeln oder Ablauben kann das Werk eines Hallimasch sein. Weisen Nadelbäumen einen besonders starken Harzfluss am unteren Stammende auf, kann auch hier der Hallimasch seine „Finger“ im Spiel haben.

Auf in den Kampf

Auch wenn es meist zu spät ist, um den Baum zu retten, sollte man dennoch mit verschiedenen Maßnahmen wenigstens einen Versuch starten, damit sich der Hallimasch nicht weiter auf die anderen Bäume des Bestandes ausbreitet. Hierzu werden zunächst alle Fruchtstände vollständig entfernt. Danach wird der befallene Baum gerodet. Auch die Wurzel muss vollständig entfernt werden, da auch in ihr Ausläufer vorhanden sein können.

Hallimasch bewusst ziehen

Wer einen großen Garten und eine freie, abgelegene Ecke ohne weiteren Baumbestand hat, kann dort natürlich auf Totholz Hallimasch ansiedeln. Doch sollte er sich bewusst sein, dass die Ausläufer unterirdisch eine weite Strecke zurücklegen können, um sich einen neuen Baum zu suchen, den sie als Nahrungsquelle verwenden können. Auch muss die Nutzung der Fruchtstände gewährleistet sein. Für eine ausreichende Anzahl an Abnehmer der leckeren Pilze muss also gesorgt werden!